Am vergangenen Wochenende sind wir beim letzten Lauf des Stellantis Rallye Cup Benelux bei der Rallye Spa in Belgien angetreten. Da wir diese Rallye bereits aus dem letzten Jahr kannten, wussten wir sehr genau, wie anspruchsvoll diese Veranstaltung werden würde – nicht nur wegen der charakteristischen, schnellen und technisch schweren Prüfungen, sondern vor allem auch wegen des unberechenbaren Wetters in den Ardennen. Schon im Vorfeld war klar, dass Regen, Wind, Nebel und trockene Streckenabschnitte im Minutentakt wechseln könnten und die richtige Reifenwahl sowie der Rhythmus auf der Strecke eine entscheidende Rolle spielen würden.
Bereits am Donnerstag starteten wir mit der Besichtigung der Prüfungen. Schon da wurde deutlich, dass uns die über 180 Wertungsprüfungskilometer alles abverlangen: enge Passagen, schnelle Kuppen, viele rutschige Stellen, zahlreiche Cuts mit Schlamm. Die Prüfungen versprachen enorm viel Spannung und forderten unsere volle Konzentration. Beim Abfahren wurde uns schnell bewusst, dass besonders das wechselhafte Wetter an diesem Wochenende taktisch sehr wichtig werden würde. Die Bedingungen konnten sich innerhalb kurzer Streckenabschnitte völlig verändern, und wir wussten, dass wir spontan reagieren müssen, um konkurrenzfähig zu bleiben.
Am Freitag stand der Shakedown auf dem Programm. Dort hatten wir die Gelegenheit, verschiedene Reifen zu testen und ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sich das Auto unter den erwarteten Bedingungen verhält. Bereits in den ersten Durchgängen merkten wir, wie rutschig manche Stellen waren, und wir passten unsere Fahrweise Schritt für Schritt an. Mit jedem Lauf wurde unser Gefühl für das Auto besser, und wir gingen immer überzeugter in die Feinabstimmung. Am Ende des Shakedowns fühlten wir uns wohl, gut vorbereitet und sehr motiviert für die bevorstehenden zwei Rallyetage.
Der Samstag begann früh, aber wir starteten voller Energie. Bereits nach wenigen Kilometern fanden wir einen sehr guten Rhythmus, die Pace stimmte, der Aufschrieb passte und wir bauten schnell Vertrauen auf. Auf der zweiten Wertungsprüfung des Tages gelang uns dann direkt die erste Bestzeit im Stellantis Cup, was uns enormen Auftrieb gab. Die Strecke war schwierig, teilweise extrem glatt und unberechenbar. Auf der vierten Prüfung gelang uns erneut eine Bestzeit im Cup. Alles lief wirklich gut, wir fühlten uns sicher, hatten eine starke Pace, und es machte einfach nur unglaublich viel Spaß. Am Ende des Samstags lagen wir auf einem sehr soliden zweiten Platz im Cup, mit einer sehr guten Ausgangsposition für den nächsten Tag.
Am Sonntagmorgen gingen wir erneut motiviert an den Start. Wir waren fokussiert und wollten an die Leistung vom Vortag anknüpfen. Gleich auf der ersten Prüfung konnten wir wieder eine Bestzeit setzen. Unser zweiter Platz im Cup war damit gefestigt, und wir fühlten uns weiterhin richtig stark. Doch auf der dritten Wertungsprüfung, WP Theux, passierte dann der entscheidende Fehler. In einer Linkskurve rutschten wir auf der Außenlinie unerwartet in den Matsch, der durch den Regen besonders tief und schmierig geworden war. Das Auto verlor sofort den Grip und ehe wir wieder auf die Strecke zurücklenken konnten, stand auf einmal ein Baum im Weg. Der Einschlag war zwar nicht besonders heftig, aber eben genau an einer ungünstigen Stelle, die zu deutlichen Schäden am Auto führte.
Dank der Zuschauer, die sofort zu uns eilten, kamen wir zwar wieder frei und konnten die Fahrt zunächst fortsetzen, doch schon nach wenigen Metern merkten wir, dass etwas nicht stimmte. Das Auto hatte Kühlwasser verloren, die Temperatur stieg, und auch der rechte Querlenker fühlte sich nicht mehr gut an. Wir fuhren vorsichtig weiter, schleppten uns bis zur nächsten Kurve und mussten dann schweren Herzens anhalten. Es war sofort klar, dass eine Weiterfahrt nicht möglich wäre. Damit war unser Rennen beendet – ein bitterer Moment, gerade weil wir bis dahin so stark unterwegs gewesen waren und ein sicherer zweiter Platz in Reichweite lag.
Auch wenn dieser Ausfall uns das Podium bei der Rallye selbst gekostet hat, gibt es dennoch eine sehr erfreuliche Nachricht: Wir konnten unseren zweiten Platz in der Gesamtwertung des Stellantis Rallye Cup Benelux behalten und sind damit Vizemeister der Saison 2025 im Stellantis Rallye Cup Benelux. Das erfüllt uns mit unglaublich viel Stolz. Trotz des enttäuschenden Endes dieses Wochenendes haben wir insgesamt eine sehr starke Saison hinter uns. Wir haben uns in vielen Bereichen weiterentwickelt, hatten tolle Momente, haben wichtige Erfahrungen gesammelt und gezeigt, dass wir ganz vorne mitfahren können. Der 2. Platz im Stellantis Cup ist ein riesiger Erfolg für uns.
Wie es in der nächsten Saison weitergeht, wissen wir aktuell noch nicht. Wir planen über die Winterpause, besprechen unsere Optionen und informieren euch, sobald wir mehr wissen. Auf jeden Fall gehen wir mit einem guten Gefühl, wertvollen Erkenntnissen und sehr viel Motivation in die kommenden Wochen.
Vielen Dank an alle Unterstützer, Freunde, Partner, Zuschauer und Helfer. Ohne euch wäre diese Saison nicht möglich gewesen – wir wissen das wirklich sehr zu schätzen und freuen uns darauf, euch bald wieder mitzunehmen auf unsere nächsten Schritte.





















